1,6-facher Hubraum und niedrige Nenndrehzahl zum Immissionsschutz


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Geschrieben von Obi am 02. August 2026 10:18:00:

Als Antwort auf: Ich hatte 600 DM im Jahr Versicherung geschrieben von Werner am 30. Juli 2026 21:56:16:

Moin Werner und Waldi,
die Kreis-Fahrbücherei (landläufig "Bücherbus" genannt) im Altlandkreis Wertingen hatte Ende der 1990er beachtenswerte Literatur über Verbrennungsmotoren und nicht zufällig Motorräder.
Die "entfesselten 50er" mit Zulassung als Motorrad waren bis auf wenige Ausnahmen hoch drehende und dem entsprechend kreischend laute Zweitakter.

Ich kenne keinen konkreten Wert für die erlaubte Höchstleistung der 80er. Sie darf die schon erwähnten 80km/h erreichen und die Drehzahl, bei der die Höchstleistung abgegeben wird, muss bei maximal 6000/min liegen. Man versuchte, die Immission von Lärm in die Anwohner zu begrenzen, indem man den emittierten Lärm in als weniger lästig empfundene Frequenzenzbereiche verlagerte.

Die nach meinem Wissen extra für die 80er geschaffene Fahrerlaubnisklasse 1b wurde 1996 an die europaweit übliche Klasse A1 bis 11kW und 125cm³ angeglichen und somit quasi aufgebohrt. Die Drehzahlgrenze von 6000/min fiel damit und die Höchstgeschwindigkeit von 80km/h ebenfalls.
Man kann sich mit der höheren Endgeschwindigkeit von 105km/h, was die "Yamsel" (in meinem Fall Yamaha WR 125) schafft, wieder leichter "derrennen", dafür läuft man auf freier Strecke auf der Landstraße weniger Gefahr, von einem nachfolgenden PKW übersehen und "abgeräumt" zu werden.
Der wieder größer gewordene Hubraum trägt weiter zum Fahren auf der Drehmomentwelle statt auf dem Drehzahlgipfel bei - wobei die WR mit 7780/min auch eine beachtliche - gemessen am für die 80er vorgegebenen Wert zu hohe - Nenndrehzahl aufweist. Gegenüber dem Zweitakter ist die Frequenz der Auspufftakte nur halb so hoch. Das könnte wieder dafür sorgen, dass die als lästig empfundenen Frequenzen noch gemieden werden. Das Beispiel der Honda CY 80 zeigt, dass man in den 1980ern trotz eingehaltener Schallpegelwerte bezüglich Drehzahlniveau keinen Spaß verstand, während man in den 2000ern, aus denen meine WR stammt, dann wieder objektiv gemessene Schallpegel ohne Drehzahlbeschränkung gelten ließ.

Die andere Art von Emissionen - nämlich Abgasemission - spielt wohl eher jetzt im Typzulassungsverfahren eine Rolle. Vom Gesetzgeber her betrachtet ist es eher die Abgaszusammensetzung, ich als perfekt integrierter, nach Schwaben 'Neig'schmeckter, betrachte da eher die Spritmenge, die ich oben hineinschütten muss.
Wie viel die "entfesselten 50er" gesoffen haben, kann ich nur erahnen. Eine Klassenkameradin hatte eine Suzuki RG80, die knapp 5l/100km soff. Mit der WR125 fuhr ich knapp 2 Jahre zur Arbeit und lag anfangs bei 2,6l/100km und steigerte mich mit mehr Vertrauen in mein Fahrkönnen auf 3l/100km.

Was die Verkehrssituation angeht, hatte ich auf der WR gewöhnlich traumhafte Verhältnisse. Ich war auf meiner Hausstrecke fast immer alleine unterwegs. Fremd verschuldete Unfälle waren so betrachtet sehr unwahrscheinlich.

Gruß,
Obi

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