Re: 0,5 mm Alu schweißen?


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Geschrieben von Werner am 23. April 2026 14:10:10:

Als Antwort auf: 0,5 mm Alu schweißen? geschrieben von Henzo am 23. April 2026 13:21:38:

Moin Henzo,

ich kenn sogar einen, dem ich zutrauen würde, nullfünfer Alu zu schweißen. Aber das ist gar nicht nötig. Im Mantel herrscht max. der Druck, der durch den Fahrtwind entsteht, und bei einem Eintrittsquerschnitt von 24 cm² sind ein paar Ritzen von ein paar Zehnteln absolut verschmerzbar.

Uhix Plus, den antiken Kleber, hatte ich natürlich auch schon gedanklich in der Hand, verfüge auch noch über andere Harze, die noch etwas mehr bieten. Aber deren Temperaturbeständigkeit reicht mir nicht. Der Auspufftopf wird bei isolierten Abgasleitungen locker 400 °C warm, so hat ein Bekannter das mit der Temperaturstrahlungspistole bei seiner Kiste gemessen. Da dauerhaft bei meinem Entwurf dauerhaft Kühlluft um den Pott strömen wird, wird es wohl nicht ganz so heftig werden. Aber an beiden Enden, gerade dort, wo das Heißgas eingeführt wird, bleibt der Pott ohne Mantel. Die ganzen Ausschnitte dafür zu fertigen wäre mir zu viel.

Um die Abstrahlung in den Motorraum zu minimieren, wird alles isoliert und kann sich darunter entsprechend aufheizen. Alu ist ein guter Wärmerückstrahler und könnte evtl. dem schwarzen Pott die Wärme zurück spiegeln. Ich möchte das nicht ausprobieren. Das Schlimmste wäre, wenn es zu funktionieren scheint und dann irgendwann in der Luft anfängt, Ärger zu machen. Besonders gerne genommen wird ja bei ULs der Brandfall - und die Harze brennen nun mal gut. Holzflugzeuge übrigens auch. Rausspringen geht, aber der Fallschirm ist am Flugzeug fest - böse Falle! Nicht rausspringen geht auch, aber dann bitte nicht brennend am Fallschirm hängen und geduldig waren, bis man unten ist, sondern so schnell, wie nur möglich runter, landen und die Kiste verlassen.

Es gab in den frühen 70ern mal ein Sportflugzeug aus Aluminium, was komplett geklebt war. Nicht ein Niet störte die Aerodynamik. Ein schmucker Tiefdecker für vier Personen, der flott flog und durch die Bauart damals sogar rel. preiswert war. Ich stand als kleiner Junge am Flugplatz und hörte die Alten: "Geklebt ?? Also nee, ein Niet ist ein Niet und eine Schraube ist eine Schraube " Wohl denn, ein Mann am Platz übernahm die Vertretung dieser amerikanischen Firma und bot das Flugzeug für günstige Mietpreise an. Man sah ihn oft, den rotlackierten, wie er zu Einweisungsflügen abhob. Fliegerisch war die Maschine wohl ziemlich gutmütig, die Leute waren durchaus angetan.

Und dann passierte es: ein alter Sack, aber wirklich ein alter Sack, der sich das Dingen mal ausgeliehen hatte, machte bei der Landung Bruch damit. Er kam viel zu schnell und versucht, mit Gewalt, die Kiste am Boden zu halten, hüpfte wieder hoch, reagierte aber nicht schnell genug und wurde zu langsam. Die Maschine schlug auf den Boden und war wirtschaftlich gesehen hinüber. Eine Cessna hätte man evtl. nach sowas wieder repariert, ich weiß es nicht. Auf alle Fälle stand der Bruchpilot eine Stunde später im Vereinslokal und war damit beschäftigt, sich einen hochprozentigen nach dem anderen zuzuführen.

Aus der Traum, obwohl es mit der Klebetechnik nichts zu tun hatte und obwohl die Versicherung auch für den Schaden aufkam, wollte auf einmal keiner mehr damit fliegen. Tjoaaa, so sindse, die Piloten: an der Theke Weltmeister und im Flugzeug Angsthasen.

Gruß

Werner

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