Flüssiggas im Tank


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Geschrieben von Werner am 24. November 2025 00:04:56:

Als Antwort auf: Re: Bei falsch verbaut/eingestellt ist das so geschrieben von maik berthold am 23. November 2025 02:25:50:

Moin,

die Vorstellung, dass die Flüssigkeit immer schön unten ist und am tiefsten Punkt die Entnahme ist und da auch immer nur Flüssigkeit kommt, ist leider in der Tat blasse Theorie.

Es geht nicht nur um das Geschwappe im Tank, sondern auch darum, dass bereits Zehntel Grade Temperaturunterschied zwischen Entnahme und dem übrigen Tankbereich, die Flüssigkeit zum Sieden bringen. Man hat im Tank siedende Flüssigkeit, halt die Hand an den Tank und es fängt innen an zu blubbern. Das machen sie viele nicht klar.

Es reichen ein paar kurze "Schlucke" Gas, dann regelt der Gasregler an der Maschine sofort weit auf, der eigentliche Verdampfer braucht fast nichts mehr zu tun, weil jetzt der Tank zum Verdampfer wird. Der Dampfdruck fällt rasch und verschlimmert die Geschichte, weil an den Stellen, wo mehr Material am Tank verbaut ist, es in dem Moment noch wärmer ist als im übrigen Bereich. Dadurch blubbert es schon in der Zuleitung, der Regler macht wieder auf und schwupps, ist der Tankdruck so weit unten, dass nichts mehr geht.

Nur mal ein kleines Beispiel, wie stark die Temperatur eingeht: wir hatten eine Anlage mit Propan als Kältemittel. Der Sammelbehälter stand unten, war nicht isoliert. Der Kältemittelverdampfer stand ca. 3 m höher und war gut isoliert. Die beiden Apparate waren durch eine 1" oder 2" Leistung nicht abgesperrt miteinander verbunden. Morgens rieb sich der Bauleiter die Augen und teilte mir mit, das Propan sei weg. Er suchte sofort nach undichten Stellen, aber das Propan war nicht weg, es hatte sich morgens bei aufgehender Sonne unter die schöne Isolierung des Verdampfer verzogen. Der unisolierte Sammler hatte sich etwas aufgewärmt und war leer. Schwerkraft gut und schön, aber das Propan blieb oben. An diesem sehr schönen Morgen stand der Halbmond über der Anlage und ich habe dem Bauleiter gesagt, dass der Mond das Propan hochgezogen hat. Tut mir heute noch leid, dass ich ihn damit hopp genommen habe. Er hat erstmal überlegt, ob das stimmen könnte.

So etwas kann bei Fahrzeugtanks auch passieren. Um das wirkungsvoll zu verhindern, müßte man einen kleinen Kompressor nehmen und warmes Gas in den Tank drücken. Der Wärmeübergang ist rel. schlecht und so bleibt die kältere Flüssigkeit auch flüssig. Lange geht das nicht, dann hat sich die Flüssigkeit dadurch erwärmt und man hat wieder das gleiche Problem.

Und so ist die Erfahrung, dass die meisten LPG-Autos in der Praxis nur etwa 60 bs 70 % der Reichweite haben, die sie nominell haben sollten.

Die ersten Raketen von uns Wernher von den Braunen hatten das gleiche Problem und sind deshalb auch erstmal reihenweise abgestürzt, anstatt zum Feind zu fliegen.

Übrigens Dein Bericht saugeil !! grins Hat mir den Sonntag Abend gerettet.

Gruß

Werner

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