AntwortO


Frage: Wie baut oder kauft man einen Wärmetauscher bzw. eine Vorheizung? Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es dazu?


Antwort von Joachim S

Grundsätzlich gibt es zwei realistische Möglichkeiten. 1. Wärmetauscher (WT), die das Pöl per Kühlwasser (Schmieröl nur zur Not bei luftgekühlten Motoren) erhitzen. 2. Elektrische Lösungen

Natürlich kann man auch beides kombinieren. Exotische (wahnsinnige) Möglichkeiten wie Abgas, offene Flammen etc. laß ich jetzt mal außen vor.

Zu den WTs. Es gibt käufliche Plattenwärmetauscher meist aus VA, in der Preisklasse ab ca. 200 DM mit fertigen Anschlüssen für Kühlwassr und Pöl. Diese stellen sicherlich die beste Möglichkeit dar wenn man nicht der geborene Bastler ist. Dem Bastler stehen natürlich sehr preiswerte Alternativen offen. Beliebt sind Rohr-in-Rohr-WT die man aus Kupferrohr selbst fertigen kann. Von der Wärmeleistung wirksamer sind Ölkühler wie sie in manchen Fahrzeugen serienmäßig verwendet werden (z.B. VW 1,6 l TD), die man mit geeigneten Adaptern nutzen kann.

Beispiele dazu finden sich auf diversen Homepages.

Hier bitte Links einfügen:

http://www.poeltech.de/rpm/EckesWT/eckeswt.html (Auf Basis VW 1,6 l TD)

Die "Wickel-Wärmetauscher", bei denen das Pöl lange Wege in dünnen Leitungen zurücklegen muß halte ich für nicht so gut, sie stehen im Widerspruch zu der Forderung nach dicken Kraftstoffleitungen. Ist aber immer eine Frage der Randbedingungen, manche sind auch zufrieden damit.

Ein Wasser-Pöl-WT hat einige sehr gewichtige Vorteile: Kühlwasser hat genau die richtige Temperatur, sie wird motorseitig thermostatisch geregelt. Von daher kann der WT hemmungslos überdimensioniert werden, das Pöl wird niemals zu heiß (siehe auch hier AntwortX). Der Wärmevorrat des Kühlwassers ist nahezu unbegrenzt. Der Motor muß zur Erhitzung des Pöls keine zusätzliche Energie aufbringen.

Es ist wichtig dazu den kleinen Kühlwasser-Kreislauf zu benutzen, an dem auch die Heizung angeschlossen ist. Dieser wird schnell warm und ist dann weitgehend temperaturkonstant. Die Details sind von Auto zu Auto verschieden, wer selbst nicht klarkommt muß ggfs. im Forum genauer zu seinem Autotyp nachfragen.

Zur Erhitzung des Pöls werden bei kurzgeschlossenem Kreislauf Heizleistungen von ca 200-400 W benötigt, bei normalem Rücklauf ca. 1,5 kW. (Wer genauere Werte hat kann die bitte hier einfügen).

Der Vorteil der elektrischen Lösungen liegt in ihrer sofortigen Verfügbarkeit. Bereits vorm Motorstart können elektrische Heizungen eingeschaltet werden, ihr Nachteil ist der hohe Stromverbrauch, die Notwendigkeit thermostatischer Regelung und ihre geringe Leistungsfähigkeit. Aufgrund dieser sind sie nur bei kurzgeschlossenem Rücklauf zu gebrauchen. Auch diesen können sie nur allmählich auf Temperatur bringen.

Besonders bei modernen Direkteinspritzern dauert es jedoch lange bis das Kühlwasser die nötige Temperatur hat. Umgekehrt haben solche modernen Autos meist recht kräftige Lichtmaschinen. Unter solchen Umständen kann die elektrische Lösung also durchaus zu bevorzugen sein.

Ideal ist in solchen Fällen natürlich die Kombination beider Varianten. Bei betriebswarmen Motor kann dann die elekrische Heizung ganz ausgeschaltet werden.

Diese Problematik führt immer wieder zu Ansätzen die Abgase zur Erwärmung heranzuziehen, diese liefern bekanntlich ab Start genug Wärme. Solche Lösungen sind jedoch für den Bastler nicht zu empfehlen, Eingriffe in die Abgasanlage sind i.d.R. verboten, die Temperaturen sind schwer zu beherrschen, es besteht Feuergefahr etc. Finger weg!!! Besser ist der Einbau einer Wasser-Standheizung mit Fernbedienung, die auch ein erheblicher Komfortgewinn sein kann. Solche Heizungen gibt es m.W. nicht Pöl-tauglich, ein kleiner Dieseltank ist also fällig (Zweitank-Lösung hier im Vorteil).

Auch für elektrische Lösungen gibt es sowohl fertige käufliche Varianten als auch Selbstbauten. Für die Details bin ich nicht kompetent, keine eigenen Erfahrungen, wäre also nett wenn sich jemand anderes dazu auslassen könnte.

Ggfs. links auf eigene Seiten etc. hier einfügen


Antwort von Eckes:

Wer einen WT einbauen möchte, steht u.U. vor der Frage: Wo?

Schließlich soll er immer funktionieren und den normalen Betrieb nicht behindern. Im Auto gibt es nicht einen Kühlwasserkreislauf, sondern mindestens drei. Beim VW 1.6D im T3 sind es z.B. schon vier.

1. die Kurzschlußverbindung: Wasseraustritt-Wasserpumpengehäuse(WPG)

2. die Entlüftungsverbindung: Wasseraustritt-Ausdehnungsgefäß-WPG

3. der Hauptkühlkreislauf: Wasseraustritt-Kühler-WPG

4. der Heizkreislauf: Zylinderkopf-WT/Heizung-Rücklauf

Von den vier Kreisläufen ist beim T3 nur der 2. für die Pölvorwärmung geeignet. Nur in dieser Verbindung fließt vom Start weg immer maximal warmes Kühlwasser, bis zum Erreichen der Thermostattemperatur. Die anderen Kreisläufe sind entweder vorher, hinterher oder irgendwann geschlossen. Wenn sowohl Pöl wie Diesel, den WT passieren ist es empfehlenswert den WT abschalten zu können. Ein einfacher Heizungsregeler vom Schrott und ein Bowdenzug sind billig und jeder Elektronik überlegen. (zumindest was das Preis/Leistungsverhältnis angeht) Das Abschalten ist dann sinnvoll wenn nur mit Diesel gefahren wird. Heißer Diesel ab 50°C bringt Leistungsverlust ohne erhöhten Verbrauch. Bei gesperrtem WT ist aber folgendes zu beachten: I.d.R. ist der WT im dem kurzen Kreislauf (s.o.) einzusetzen. Dieser Kreislauf versorgt möglicherweise den Thermostat, der die Gesamtkühlung steuert. Dem darf man natürlich die Temperaturinformation nicht vorenthalten. Die Folge bei geschlossenem Regler wäre, wenn es keinen Bypass gibt, ein kochender Motor. Der T3 bzw. alle normalen VW Diesel haben diesen Bypass in Form der "Kurzschlußverbindung" So kann der WT bedenkenlos in die "Entlüftungsverbindung", also Wasseraustritt-Ausdehnungsgefäß eingesetzt werden. Bei vielen anderen, vor allem neueren Fahrzeugen, ist der Heizungskreislauf ebenso für den WT-Einbau geeignet, wenn dieser permanent durchströmt wird, z.B. ab Golf II, und viele andere. Mittlerweile ist das bei fast allen so.

Tipp: erst schauen, dann einbauen.


Ergänzung von dem jonas

Warum sollte ein Kraftstoff-WT für Dieselbetrieb abschaltbar sein?

Da diese Frage wiederholt gestellt wurde und sich in der FAQ bisher noch keine präzise Antwort darauf befand, stelle ich hiermit eine treffende Antwort von Henzo auf einen Beitrag im Forum rein:

"Heisses Pöl führt auch zu Leistungsverlusten.

Die Wahrheit ist, daß die ESP die Fördermenge nach dem Volumen bemisst. Es gibt da auch noch Randeffekte, z.B. die Leckmenge.

Wenn der Kraftstoff wärmer ist, nimmt die gleiche Anzahl von Molekülen (also die gleiche Masse) mehr Raum ein. Die Dichte ist geringer, im gleichen Volumen ist weniger Energie gespeichet."

Klingt logisch ;-)


Letzte Änderung: 10.5.2005 18:38:34 - Autor: blue - Letzter Autor: eckes
Home SiteMap