Re: MÖGLICHKEITEN...
Geschrieben von Toffi am 04. April 2007 10:28:30:
Als Antwort auf: MÖGLICHKEITEN... geschrieben von Xandy am 03. April 2007 21:29:48:
An sich bist du da schon ziemlich weit von den Möglichkeiten. Du hast die Möglichkeit, auf den Prüfstand zu kommen - die hat kaum jemand, und an die ist eigentlich am schwierigsten zu kommen. Die nötige Hard- und Software, um ein neues Kennfeld zu schreiben, sollte eigentlich beschaffbar sein, ich kann mir (ohne jetzt gesucht zu haben) sogar gut vorstellen, dass da im Internet einiges kursiert, womit die Kiddies von Nebenan mal eben die Einspritzmenge erhöhren können. Die Schwierigkeit ist nur, dass das die Probleme nicht wirklich löst.
- Brennraumform und Einspritzdüsen sind nicht auf PÖL optimiert. Daran werden wir nichts ändern können, der Aufwand ist immens und nicht zu bezahlen. Es wäre höchstens zu erwägen, von einem neueren, Block- und Kolbenseitig identischen TDi die eventuell anderen Einspritzdüsen zu verwenden, aber auch das ist Voodoo und wahrscheinlich ein Versuch ohne realen Nutzen.
- Ein Kennfeld zu erstellen, das PÖL (im Rahmen des von der Motorhardware möglichen) optimal verbrennt sollte relativ leicht machbar sein. Es hilft uns aber nicht wirklich weiter, denn damit erfüllt der Motor allerhöchstens noch Euro 1. Alleine die Stickoxidwerte wären jenseits von gut und böse. Also ein technisch interessanter Versuch (den ich gerne mal machen würde), aber für jede Veröffentlichung völlig uninteressant.
- Ein Kennfeld zu erstellen, das PÖL (im Rahmen des von der Motorhardware möglichen) abgasarm verbrennt ist ein riesen Haufen Arbeit. Schon mit Diesel (auf den die ganze Einspritzung optimiert ist) zirkeln die Hersteller da gewaltig rum, siehe den Link mit den "Hügeln" im Kennfeld. Mit PÖL kommt das Problem dazu, den Eintrag ins Motoröl zu verhindern, gerade im Teillastbereich. Man müsste also wahrscheinlich ein Kennfeld basteln, das in den meisten Bereichen optimal verbrennt, und genau um den Fahrzyklus des Abgasgutachtens herum "Löcher" hat, in denen der Kat vernünftig arbeiten kann. Natürlich wäre das Beschiss, die Abgasklasse wäre einmal mehr nur auf dem Prüfstand erfüllt. Aber das macht VW ja auch nicht wirklich anders.
Ein solches Kennfeld könnte die Ausgangsbasis sein für ein Abgasgutachten, das zumindest die Fahrer von genau so einem Golf "reinwäscht". Wobei dabei wieder das Problem aufkommt, dass so ein Gutachten, sofern ein offizielles Papier hinten rauskommen soll, auch wieder einen Haufen Geld kostet. Und dann eben auch nru für genau diese Variante des Autos gilt.
Damit könnte man an die Öffentlichkeit treten, wobei auch das wieder sorgfältig geplant sein sollte, damit es kein Eigentor wird. Dass das Fahrzeug danach monovalent mit PÖL laufen muss dürfte sich von selbst verstehen.Es gibt einen professionellen Umbauer, dessen Name ich vergessen habe, der auch PD- und CR-Motoren im Eintankbetrieb umbaut. Ich gehe stark davon aus, dass der sich genau diese Arbeit mit den Kennfeldern gemacht hat. Deswegen ist der Umbau auch so teuer, obwohl an der Hardware kaum etwas verändert wird.
Und leider... So sehr es mich auch reizen würde, so eine Kennfeld-Bastelei zu betreiben, ich bin fürchte ich der falsche dazu. Ich weiß weder genau genug, was da welche Änderung genau bewirkt (solche Faktoren wie die Abgastemperatur kommen ja auch noch dazu), noch dass ich sowas schonmal gemacht hätte. An sich würde ich es gerne mal versuchen, aber ich riskiere ungerne fremde Motoren. Und meiner hat leider kein Kennfeld, da vollmechanisch (noch).
Grüße,
Toffi
- der gesuchte Umbauer: VWP (ohne Text) Christoph [FO] 04.4.2007 10:40 (0)